Die Kanzel

Die Kanzel, die um 1600/1615 zu datieren ist, ist geschmückt mit Roll- und Beschlagwerk sowie anderem Zierrat der nordischen Renaissance. Das Programm wurzelt in protestantischer Tradition, wobei allerdings der einstige Kanzelträger, eine Figur Johannes des Täufers, 1884/85 entfernt und durch eine Säule mit Rankwerk ersetzt wurde.

Am Kanzelkorb finden sich die Reliefs der vier Evangelisten, jeweils sitzend und mit ihren Symbolen gekennzeichnet, in der Mitte Christus als Salvator (=Erlöser). Der Schalldeckel wird bekrönt von dem Auferstandenen Christus, während die Reliefs des Kanzelaufganges neben den traditionellen Motiven der Geburt und Taufe Jesu die alttestamentliche Himmelfahrt des Elias abbilden (der in einer Johanniskirche nicht fehlen darf - vgl. Lk 1,17).

An der Tür mit den zwei ganzfigurigen Porträts Martin Luthers und Philipp Melanchthons erkennt man die Signatur des Wernigeröder Schlossers Jürgen Schunort.