Baugeschichte

Die Geschichte der St. Johanniskirche / Wernigerode reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das südliche Querhaus stammt aus der Entstehungszeit des romanischen Baus. Auf dessen Fertigstellung verweist die Altarweihe durch den Halberstädter Bischof Volrad (1255-96) im Jahre 1279. Vielleicht hängt es mit dem Aufblühen der Siedlung und der Verleihung des Stadtrechts zusammen, dass das basilikale romanische Langhaus zu einer dreischiffigen Halle umgebaut wurde. Die Phase des Um- und Erweiterungsbaues beschließt der spätgotische Chor, auf dessen Vollendung die Jahreszahl 1497 hinweist (unter dem Chorscheitelfenster außen). Eingeritzt auf einem im Turmknopf aufbewahrten Bleiband, hat sich für den Westturm, ein Erneuerungsdatum von 1446 erhalten.

Umfassende Veränderungen fanden im Inneren der Kirche statt und gehen auf eine Restaurierung im 19.Jahrhundert zurück. Im Jahre 1864/65 begann die Erneuerung des Südportalvorbaues, der aus Natursteinen massiv ausgeführt wurde und das uralte hölzerne Portal aufnahm. Die in der Barockzeit entstandenen Emporen und das Gestühl wurden entfernt, die Fenster vergrößert und zusätzliche Dachgauben eingebaut.

Der Holzbildhauer Gustav Kuntzsch sorgte für die neue Ausstattung: Decke und Seitenschiffsverkleidung, das Gestühl und die Westempore zur Aufnahme der neuen Orgel, mit deren Aufstellung im Jahre 1885 die neugotische Restaurierung abgeschlossen wurde. Leider führte der Bombenangriff vom 22.Februar 1944 auch an der Johanniskirche zu Zerstörungen. Betroffen waren das Dach, das Mauerwerk des Chores und sämtliche Fenster, darunter auch die bunt verglasten Fenster des Chores. 1953 konnten Turm und Dach teilweise neu beschiefert werden. Weitere Instandsetzungsmaßnahmen folgten, unter anderem 1970 die Öffnung des zwischenzeitlich vermauerten Westportals und die Sanierung des Turmraumes im Erdgeschoss, der in Anlehnung an die neugotische Kirchenausstattung nun endlich Türen zum Kircheninneren hin erhielt (1992), die weithin sichtbare Erneuerung des Turmdaches 1993 und die Neudeckung der Chordachteile 1994.

Heute werden weitere Erneuerungsmaßnahmen notwendig. Drei Erhaltungsprojekte sind derzeit im Entstehen: die Sanierung des Turms, die Dachsanierung und Erneuerung der Fenster.