Die Ladegastorgel in der St. Johanniskirche

Die Ladegast-Orgel ist klanglich wie technisch ein hervorragendes Dokument spätromantischer Orgelbaukunst in Deutschland. Friedrich Ladegast, einer der bedeutendsten Orgelbauer des 19. Jahrhunderts, schuf ein völlig neues Orgelwerk mit neugotischem Schauprospekt.

In der Tradition Silbermannscher Orgelbaukunst stehend und fortgebildet in der Pariser Werkstatt eröffnete Friedrich Ladegast 1846 in Weißenfels eine eigene Werkstatt. Seine romantisch gestimmten Orgeln verhalfen dem Künstler bald zu Ruhm und zahllosen Aufträgen.

Die 1885 erbaute Orgel in der Johanniskirche ist eine der am besten erhaltenen dreimanualigen Orgeln Ladegasts. Sie ist nicht nur seine größte erhaltene Kegelladenorgel, sondern unter seinen wenigen dreimanualigen Orgeln, die überhaupt die Zeitläufte überstanden haben, das jüngste und mithin letzte große Instrument aus der Hand des Meisters und somit ein herausragendes Klangdenkmal überregionaler Bedeutung.

Die Ladegast-Orgel besitzt 33 klingende Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Hinter dem siebenfeldrigen Prospekt verbergen sich einige technische Neuerungen, wie der Barkerhebel, eine Zwischenbalganlage mit pneumatischer Kraftübertragung, sowie Kombinationstritte. Die Disposition der Orgel blieb original erhalten. Lediglich ein Register im III. Manual, ein Lieblich Gedackt, wurde mit Billigung des Vaters im Jahre 1902 durch den Sohn Oskar Ladegast gegen eine Vox Celestis 8' getauscht.

Besonderer musikalischer Höhepunkt ist die Reihe "Orgel zur Nacht", die jährlich in den Sommermonaten in unserer St. Johanniskirche stattfindet.

 

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