Taufstein

Im Chorraum der St. Johanniskirche steht frei in der Mitte der achteckige Taufstein aus dem Jahr 1569, mit einer graugelben Farbfassung des 19. Jahrhunderts.

Zu sehen sind an seinem Schaft neben Pflanzenformen ein Kruzifix, ein Kreuz mit Marterwerkzeugen, die eherne Schlange am Kreuz und ein auferstandener Christus vor dem offenen Grab. Darüber, jeweils getrennt durch stilisierte Pflanzendarstellungen, befinden sich neben einer Darstellung der Taufe Jesu verschiedene Köpfe im Profil.

Das antikische Porträt mit Lorbeerkranz zeigt den Superintendenten der Grafschaft Stolberg-Wernigerode, Georg Aemilius († 1569), der als Dichter den Titel eines »poeta laureatus« führte.

An der Nordseite das Doppelporträt des Stifterehepaares, des Bürgermeisters Thomas Schütze und seiner Gemahlin Anna, geb. Plathner. Ihr Vater, Tileman Plathner, war als Pfarrer und Superintendent von Stolberg Vorgänger des Georg Aemilius. Seiner Verbindung mit Luther ist das an einem Taufstein einmalige Porträt des Reformators zu danken, für das ein Bild Lukas Cranachs als Vorlage diente.